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Im Bild oben sehen Sie das Heimschiff  " O R I ON "  das seit über 40 Jahren, im Floßhafen Aschaffenburg vor Anker liegend zur Heimat und Unterkunft der Marine-Kameradschaft Aschaffenburg geworden ist.

 

Neueste Info´s  

(Veröffentlicht in der Leinen Los)

 

Marinekameradschaft Aschaffenburg von 1924 e.V. - Die Ära ORION geht zu Ende   (13. Okt. 2014) 

Für die MK Aschaffenburg steht nun der Abschied von ihrem Heimschiff ORION bevor.
Die ORION ex Räumboot R-132 wurde 1943 bei Abeking und Rasmussen in Bremen-Lemwerder gebaut und 1944 für die 13. Räumbootsflottille der 5. Sicherungsdivision in Dienst gestellt. 

Das Boot ist 41 m lang und fast 6 m breit. R-132 überstand den Krieg und wurde 1945 englische Kriegsbeute. Ab 1946 fuhr das Boot in der GMSA (German Mine Sweeping Agency), einer englische Organisation, die Minen in der Nord- und Ostsee beseitigte. Kurze Zeit später hieß diese, jetzt von den Amerikanern geführte Räumaktion, LSU und das Boot bekam den Namen USN-132. Nach Gründung der Bundesmarine 1956 wurde auf die Räumboote zurückgegriffen, da die deutschen Werften nicht in der Lage waren, schnell Boote zu projektieren und bauen. 

Der neue Name war ab nun Minensuchboot ORION (Capella-Klasse) und es fuhr im 1. Minensuchgeschwader, bis es 1962 durch einen schnellen Minensucher der Schütze-Klasse abgelöst wurde. Der Name ORION wurde an den Nachfolger weitergegeben und die alte ORION wurde zum Reserve-Wohnboot WBR 9 und lag als Auflieger in Kiel. 1967 wurden die WBR 9 und WBR 7 an die Marinekameradschaften Bamberg und Frankfurt am Main abgegeben. 1968 kam die WBR 9 nach Aschaffenburg in den Leiderer Industriehafen, bekam ihren alten Namen zurück und wurde dort in zwei Jahren umgebaut und. 1970 wurde sie unter großer Anteilnahme der Stadt Aschaffenburg und ihrer Bevölkerung in den Floßhafen verlegt, wo sie bis heute immer noch liegt. Bei der Überführung stand die Besatzung des Patenbootes der Stadt Aschaffenburg, Schnellboot WEIHE, an Oberdeck in Passieraufstellung. 

ORION
Minenräumboot R 132 (Quelle Bundesarchiv)

Unser Heimschiff musste alle zehn Jahre auf einer Helling die Schwimmfähigkeit nachweisen. 1999 ist die ORION über den Achtersteven abgesoffen und wir bekamen nach Reparatur nur fünf Jahre Schwimmfähigkeit attestiert. Aus diesem Grund wurde 2006 beschlossen, eine Generalsanierung am Unterwasserschiff durchzuführen. Wir haben in 13 Wochen auf der Werft mehr als 250 m Planken ausgetauscht, der Kielbalken wurde verstärkt, die alten Durchbrüche der Abgasrohre wurden anständig geschlossen und versiegelt. Der ganze Heckspiegel wurde neu hergestellt und auch einige Meter der achteren Steuerbordwand. Die ORION erhielt nun wieder zehn Jahre Freigabe bei der Schwimmfähigkeitsprüfung. Im Jahr 2010, als es in der ORION wie in einer Tropfsteinhöhle hineinregnete, beschlossen die Kameraden eine neue Abdichtung aufs Oberdeck zu bringen. Hierzu wurde die Reling demontiert, der gesamte alte Belag aus Farbe, Farbe, Farbe und Bitumen abgekratzt und mit Kemperol der Firma Kemper aus Vellmar neu eingedichtet. Die Reling wurde überarbeitet, sowie alles entlackt und sauber von Grund auf neu lackiert. Anschließend ging es innen weiter, so dass es bis heute keine leichte Aufgabe war, unsere ORION instand- und zu unterhalten. Das gelang bisher nur mit viel Arbeit, Fleiß und Mühe, sowie einem sehr großen finanziellen Aufwand. 
Da die geprüfte Schwimmfähigkeit der ORION ab August 2015 nicht mehr gültig ist und auch nicht mehr erlangt werden kann, wir aber in einer Fahrwasserstraße liegen, müssen wir uns von der ORION trennen. Problematisch hierbei ist nicht der Holzrumpf, sondern die Spanten, die aus Aluminium bestehen. 

ORION
Heimschiff ORION 2014

Die In-Dienst-Stellung der ORION ist nun 70 Jahre her und sie liegt seit 45 Jahren im Aschaffenburger Floßhafen. Das werden wir dieses Jahr noch feiern und nächstes Jahr werden wir als Ersatz für die ORION unser neues Clubschiff einweihen. Durch dieses neue Schiff, einem ehemaligen 22 m langen Fahrgastschiff aus dem Jahre 1927, und einer kleinen Steganlage werden wir unseren Verein etwas breiter aufstellen und neben den Kameradschaftsabenden und dem Seesport, den die Marinejugend betreibt, auch in den Bereichen Wassersport (Ruder-Motorboot), Gastliegeplätzen, Kajakwandern und Modellbau Aktivitäten bieten können. Wir wollen uns Kajak- und auch Modellbootfahrern als Stützpunkt anbieten und hierbei gleich neue Kontakte knüpfen. Auch wenn wir dieses Jahr das 90jährige Bestehen der MK Aschaffenburg feiern und uns Traditionen wichtig sind, müssen wir uns der aktuellen Lage anpassen, um unser Bestehen für die Zukunft abzusichern. In diesem Sinne „Es gibt viel zu tun, packen wir es an, gemeinsam als Kameradschaft!“